Against the Playbook: Public Intimacy
Against the Playbook: Public Intimacy
© Engy Mohsen, Sedra Arab

Amal Al-Nakhala, Sedra Arab und Engy Mohsen in Zusammenarbeit mit einer Schulklasse der Mittelschule Herzgasse in Wien-Favoriten und kuratiert von Aline Lenzhofer.

Eine Phrase, ein T-Shirt, eine Postkarte. Über Texte und Objekte geben die Künstler*innen kleine, jedoch ausdrucksvolle Eindrücke kollektiver Solidarität wieder.

Wenn Wörter zwischen Sprachen wandern, bleiben sie nicht unverändert. Sie tragen Geschichte, Konnotationen und Emotionen mit sich;  sie werden je nachdem, wo und wie sie ankommen, unterschiedlich empfunden, akzeptiert oder abgelehnt. Solidarität, die in der eigenen Sprache ausgesprochen wird, kann sich intim und erdend anfühlen, während sie in einer anderen Sprache eher exponiert, formell oder überwacht wirken kann. Sie bezeichnet eine gemeinsame Nähe, die unter Bedingungen der Exponiertheit entstanden ist.

Wenn Körper Grenzen überschreiten, unter neokolonialer Gewalt leben und wenn fremdsprachige Begriffe unreflektiert verbreitet werden, bei der Arbeit, bei Protesten, in den Zeitungen, wird Fürsorge zu einer kollektiven Handlung. Solidarität, die durch koloniale Sprachen artikuliert wird, wird durch Machtstrukturen gefiltert: Einige Wörter werden legitimiert, andere verflacht, falsch interpretiert oder ihrer Kraft beraubt. Eine Übersetzung ist hier niemals neutral. Sie transportiert nicht nur Bedeutung, sondern auch Emotionen, Erinnerungen und Risiken. Intimität nimmt die Form von Nähe an: Zeugnis ablegen, begleiten, halten und offen miteinander ausharren.

Sprache ist für diese Begegnung von zentraler Bedeutung; sie fungiert sowohl als Barriere als auch als Brücke. Sprechen, übersetzen oder wiederholen sind von Natur aus politische Handlungen. Worte werden nicht nur übertragen, um verstanden zu werden, sondern auch, um geglaubt zu werden. Übersetzung wird zu einem Ort des Risikos und des Beharrens, an dem Bedeutung zerbricht.

Eröffnung: Sonntag, 15.02.2026, 15 Uhr
Ausstellungsdauer: 15.02 – 11.04.2026, Mi–Fr 11–15 Uhr, Sa 15–18 Uhr

Eintritt frei!

E-Mail: info@philomena.plus

Datum

15. Februar 2026
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Zeit

15:00 bis 18:00

Ort

philomena+ Kunst- und Architekturplattform
Heinestraße 40, 1020

Veranstalter

philomena+