LUSTERBODEN
“Florian Klingler und Merlin Miglinci ist ihrem Alter zum Trotz der ureigene Charme des Wienerlieds bereits in die Wiege gelegt worden: Merlin ist Ur-Ur-Ur-Enkel vom Wienerlied Komponisten Johann Schrammel, während Florian mit Georg Kreisler („Tauben vergiften“, „Der Tod, das muss ein Wiener sein“, „Wien ohne Wiener“) auf der elterlichen Couch aufgewachsen ist, weil er der beste Freund seines Opas war – seinen Einfluss hört man vielleicht am deutlichsten am Meisterstück „Der Guckguck“ auf „Sturz auf Wien“.
Doch nicht nur der zum „Gluck-Gluck“ umgedichtete Guckguck singt auf „Sturz auf Wien“: Lusterboden erzählt da Geschichten vom Tretbootfahren auf der Donau, von Meidlinger Romanzen, von der gefühlt immer kurzgeführten U4 und natürlich dem Weltuntergang, der als Damoklesschwert seit jeher drohender über Wien schwebt als selbst im nahen St. Pölten oder Eisenstadt. Dabei changiert das Duo gekonnt zwischen dem melancholischen Charme von Voodoo Jürgens und der euphorisierenden Keckheit von Die Ärzte und lässt „Sturz auf Wien“ so zu einem kurzweiligen Stück kontemporärer Musikgeschichte gereichen, das es wie kaum ein anderes modernes Album versteht, die enervierende Hektik der Moderne für einen Moment auszublenden und stattdessen bei einer weiteren Runde Weißer Spritzer in der flauschigen Melancholie des Einst Erdung und Revitalisierung gleichermaßen zu finden: Glühwürmchen Walzer statt Teams Call it is!” (Stefan Baumgartner für das oe-ticket Magazin)
Eintritt frei!