Osjećaj cjeline (Das Gefühl der Ganzheit) ist der Titel einer Skulptur von Ivan Kožarić aus den Jahren 1953–54, die erstmals 1981 in der Gruppenausstellung Abstrakte Tendenzen in der kroatischen Kunst 1951–1961 in der Modernen Galerie in Zagreb gezeigt wurde. Kožarić stellte intuitiv die Grenze zwischen Figuration und Abstraktion infrage und lehnte starre Kategorisierungen ab. In dieser Ausstellung sind herausragende Werke von Kožarić zu sehen, darunter Der Mann (1958), Figur (Badende unter der Dusche) (1956) und Porträt von Ivo Dulčić (1958). Diese frühen figurativen Skulpturen veranschaulichen Kožarićs Erkundung vielfältiger Ausdrucksformen und sein Streben nach künstlerischer Freiheit, was sich zwischen 1959 und 1966 zeitlich mit seiner Betätigung in der Gorgona-Gruppe (mit Julije Knifer, Mangelos, Josip Vaništa u. a.) überschneidet.
Taisia Corbuț arbeitet medienübergreifend in den Bereichen Installation, Skulptur, Zeichnung und anderen Kunstformen. Ihre künstlerische Praxis entwickelt sich oft durch vielschichtige Gesten und konzeptuelle Präzision, wobei sie Felder wie Identität, Sprache und die leise Politik der Transformation thematisiert. Ihre Basreliefs, leicht von der Oberfläche abgehoben, suchen emotionale Zustände in visuelle Metaphern zu übersetzen. Diese Werke stellen menschliche Figuren und surreale Szenarien dar.
Ferenc Ficzek war Mitglied der 1968 gegründeten ungarischen Künstlergruppe Pécsi Műhely (Pécser Werkstatt), eines progressiven Künstlerkollektivs unter der Leitung von Ferenc Lantos. Der Geist der Gruppe orientierte sich an der analytischen Abstraktion, wobei Ficzek mit verschiedenen Medien arbeitete – von Emaillearbeiten bis Fotografie. In seinen Werken untersuchte er das Verhältnis von Licht und Schatten, bediente sich oft der Montage in der Fotografie, gesprühter haptisch wirkende Bildoberflächen, oder bestimmter Strukturelemente seiner geformten Leinwände. Viele dieser Arbeiten zeugen von seiner Beschäftigung mit der wandelbaren Plastizität geometrischer und organischer Formen.
Emma Hummerhielm Carlén ist Bildhauerin, deren Werk sich in einer subtilen, poetischen Sensibilität widerspiegelt. Sie erschafft formal präzise, minimalistische und dennoch kraftvolle Skulpturen durch eine tiefe Auseinandersetzung mit Material und Form. Wie Thomas D. Trummer bemerkt: „Carlén versteht ihre Arbeit als eine Form der Abstraktion, die weniger darauf abzielt, den Dingen einen klar umrissenen Begriff abzuringen. Vielmehr möchte sie einen gedanklichen Raum eröffnen, der sich aus Wahrnehmung und geduldiger Interpretation speist.“*
TARWUK ist der Name des Künstlerduos Ivana Vukšić und Bruno Pogačnik Tremow, die seit 2014 als eine kreative Einheit zusammenarbeiten. Ihr Schaffen umfasst Skulptur, Malerei, Zeichnung, Performance, Film und Installation. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Erforschung des Selbst – die Verwischung individueller Identität und die Untersuchung, wie das Selbst durch die Gesellschaft geprägt wird. Ihre anatomisch zergliederten Skulpturen, derer zwei in Wien gezeigt werden, symbolisieren sowohl Verlust und Konflikt als auch das Potenzial für Regeneration und Wiedergeburt.
*Thomas D. Trummer, Text zu Emma Hummerhielm Carlén, UNIQA Kunstpreis 2024, Februar 2025, Akademie der bildenden Künste Wien, UNIQA Österreich Versicherungen AG.
Eintritt frei!