Beseder, Verein für darstellende und bildende Kunst
Dissidenten
Dissidenten
© Lennie Johnston

3 Lesungen gefolgt von 3 moderierten Experteninterviews und 3 Möglichkeiten für Publikums-Fragen.

Russland – die Dissidenten
Israel – die Opposition
die Arabischen Frauen – die vergessenen Heldinnen

1) Zwei Schauspieler*innen lesen Textauszüge von namhaften Autor*innen, die ihre Regierungen zum Teil sehr scharf kritisieren.
2) Experteninterview, bezogen auf den Inhalt der gerade gehörten Lesung.
3) Publikumsfragen
4) Musikteil – Klavier Wolfgang Schmidt
Die Teile werden abwechselnd jeweils maximal eine Dauer von 10 Minuten haben, sodass die jeweilige Veranstaltung abwechslungsreich bleibt und strukturiert.
Gesamtdauer des Programms: 90 Minuten
Im Anschluss bei jeder Veranstaltung lockerer Ausklang mit allgemeinen Gesprächen, Vernetzung und Snacks

 

Die Reihe:

Am Montag den 23. April 2026
Russland – die Dissidenten

Eine literarische Reise, die beim sogenannten silbernen Zeitalter der russischen Literatur, die am Ende des 19. Jahrhundert beginnt, und in der Gegenwart endet.
Nach der russischen Revolution entstanden avantgardistische Strömungen der russischen Literatur. Die ‚Dissidentenbewegung‘ kommt daher, deren Vertreter wurden in der Sowjetunion von Stalin unterdrückt, verfolgt, eingesperrt und ermordet.

Zum Beispiel: Ossip und Nadeschda Mandelstam: Nadeschda lernte die Gedichte im Gulag verschwundenen Mannes Ossip auswendig, um sie der Nachwelt zu erhalten. Oder die Dichterin Anna Achmatowa, die in der stalinistischen Sowjetunion Schreibverbot hatte und es schaffte, trotzdem ihr Meisterwerk „Requiem“ zu verfassen, und so für die Nachwelt zu erhalten. Boris Pasternak, dessen 1957 in Italien erschienener Roman, `Doktor Schiwago‘ ein Welterfolg wurde und erst in der Regierungszeit Gorbatschov in Rußland erscheinen konnte.

Die literarische Reise führt dann bis in die Gegenwart zu Ludmila Ulitzkaja, und ihrem Buch „Homo Sovieticus’zu Maria Stepanova, und Mitri Kuchovski, und auch Alexej Navalny. Bis heute waren und sind russische Schriftsteller*innen unbeugsam im Denken. Jetzt ist die russische Literatur im Exil.

„Die russische Freiheit ist – Hoffnung auf Freiheit. Seit Jahrhunderten erwacht sie immer wieder, wird immer wieder erstickt und richtet sich dann wieder auf.“ Boris Schumatski

 Es lesen:
Jaschka Lämmert und Thomas Kamper
Moderation: Tania Golden
Klavier: Wolfgang Schmidt
Expertin: Nieves Cavic- Podgornik


Am Montag 30. April 2026
Israel – die Opposition

Bis zum 7. Oktober 2023, als die Hamas in ihrem brutalen Terrorangriff, israelische Bürger in verschiedenen Kibbuzim und am Nova-festival niedermetzelte, gingen zahlreiche Israelis zu Hundertausenden auf die Straße, um gegen die Regierung Nethanjahu zu demonstrieren.
Jetzt sind sie wieder auf der Straße. Israelische Künstler*innen und Intellektuelle schreiben gegen Nethanjahu an, und protestieren gegen die Siedlerpolitik Nethanjahus im Wetsjordanland.

Es werden Auszüge aus israelischen Theatertexten zur Geschichte des Landes gelesen und von Experten kommentiert, Texte von Hillel Mittelpunkt, Gilad Evron, Savyon Liebrecht, Maja Arad Masur, e.tc.

(…) Ulysses: Wieso? Meine Antwort, verehrter Herr Rechtsanwalt, ist unverändert. Die ganze Zeit über dieselbe Antwort – ich bin mit dem Floß nach Gaza, um dort Literatur zu unterrichten. Izakov: Zu unterrichten. Literatur zu unterrichten. Ulysses: Ich war früher Lehrer. Izakov: Sie wollten Literatur unterrichten. Ulysses: Russische Literatur. Izakov: Warum ausgerechnet russische? Ist jemand an Sie herangetreten? Hat Sie jemand dazu aufgefordert? Meinen Sie, die Leute in Gaza brauchen ausgerechnet russische Literatur? Verstehen Sie, genau das macht Sie verdächtig …Ulysses: Es gibt keinen, der russische Literatur nicht braucht. Izakov: Ich, ich zum Beispiel brauche keine russische Literatur. (…)“ Aus: Ulysses auf dem Flaschenfloß von Gilad Evron

 

Unter der Schirmherrschaft mit Isra-Drama -Tel Aviv

 

Es lesen: Jaschka Lämmert und Marcel Mohab
Klavier: Wolfgang Schmidt
Moderation: Tania Golden
Experte: Doron Rabinovici (angefragt)

 

Am Montag den 5. Mai 2026
Iran – Syrien – Saudi Arabien und Irak

Literatur von Frauen und Männern im Widerstand. Der Schwerpunkt an diesem Abend liegt auf den Frauenrechten und grundlegenden Menschenrechten, die in diesen Ländern mit Füßen getreten werden.
Texte von Ahmad Mansour, Azad Nafisi, Nejdima, Baja Cacemi, Salwa Al Neimi werden präsentiert und kommentiert

Mit:   Marie Theres Müller und Marcel Mohab
Moderation: Tania Golden
Klavier: Wolfgang Schmidt
Expertin: Nada Chekh (angefragt)

„Sie schafften es sich zu emotionalisieren und zu öffnen, nur indem sie von Büchern sprachen. Diese Romane erlaubten es uns vor der Realität zu fliehen, weil wir uns an ihrer Schönheit und Perfektion erfreuen konnten und so wenigstens für kurze Zeit den Rektor, die Universität und die bewaffneten Milizen vergessen konnten. …“

Aus: Azar Nafisi, Lolita lesen in Teheran

Reservierung notwendig!
Name der Ansprechperson: Susanne Höhne
E-Mail Adresse der Ansprechperson: hello@beseder-theater.com
Telefonnummer der Ansprechperson: 0676 442 57 05
Website: http://www.beseder-theater.com
Begrenzte Anzahl von Sitzplätzen: 35

Preis: Freie Spende

E-Mail: hello@beseder-theater.com

Datum

5. Mai 2026
  • Tage
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Zeit

19:30 bis 22:00

Ort

Studio Löwengasse
Löwengasse 29, 1030

Linie 1, Hetzgasse; Linie O Kolonitzplatz