Echoes of Ji.hlava | Ordeal und Diskussion mit Richterin Katarína Javorčíková
Echoes of Ji.hlava | Ordeal und Diskussion mit Richterin Katarína Javorčíková

Der letzte der drei Filme, die in diesem Jahr im Rahmen von Echoes of Ji.hlava gezeigt werden, ist der Film „Ordeal” der slowakischen Regisseurin Zuzana Piussi, der auf dem Festival einen Sonderpreis der Jury erhielt.

Das Werk von Zuzana Piussi befasst sich mit wichtigen gesellschaftlichen Fragen, zu denen zweifellos die Krise der slowakischen Justiz und das Misstrauen der Bürger*innen in das slowakische Rechtssystem gehören. Der Regisseurin zufolge „ist es wichtig, dass dieses Thema diskutiert wird”, was ihr mit diesem Film definitiv gelungen ist und dem alle, die ihre Dokumentation sehen, zustimmen werden.

Piussi begann mit der Arbeit an Očista nach der Erklärung von Richterin Katarina Javorčíková, in der sie 5 Gründe aufzählte, warum man in der Slowakei nicht Richter/Richterin werden sollte. Javorčíková verließ ihr Amt als Richterin vor der Veröffentlichung von Marián Kočners Mitteilung in der Threema-App, die Korruption und Kočners Kontakte in der staatlichen Verwaltung und der Justiz aufdeckte.

Nach den Wahlen, die die Bildung einer neuen Koalition, kühne Versprechen und auch die Rückkehr von Richterin Javorčíková, die am Reformprozess beteiligt war, mit sich brachten, lag die Hoffnung auf eine tatsächliche Säuberung in der Luft. Wie haben die Reformer und die neue Regierung die Aufgabe gemeistert, die Slowak*innen davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, den Gerichten zu vertrauen, wenn die Richter*innen jahrelang dem Unrecht nur tatenlos zugesehen haben? Wie sieht der Kampf zweier gewöhnlicher Menschen um Gerechtigkeit aus? Gibt es zwei Jahre nach dem Beginn der Säuberung noch Hoffnung?

Der neueste Film der slowakischen Dokumentarfilmemacherin wird dazu beitragen, diese Fragen zu beantworten und mehr Licht in die jüngste Vergangenheit zu bringen, die die Slowakei so sehr bewegt hat und auch heute noch bewegt.

Slowakei/Tschechische Republik, 2021, 75 min

Regie: Zuzana Piussi;Produzent: Vít Janeček; Kamera: Miro Remo; Schnitt: Šimon Špidla; Musik: Lucia Piussi; Ton: Adam Matej; Sounddesign: Jan Richtr

Der Film wird in slowakischer Sprache mit englischen Untertiteln gezeigt. Im Anschluss an die Vorführung findet eine Diskussion mit Richterin Katarína Javorčíková in slowakischer Sprache statt. Die Diskussion wird von Adriana Belešová, der Programmleiterin des Festivals Ji.hlava, moderiert. Das Gespräch wird ins Deutsche gedolmetscht.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Tschechischen Republik in Österreich, dem Slowakischen Institut in Wien und dem Internationalen Dokumentarfilmfestival Ji.hlava statt.

Anmeldung bitte mit ganzem Namen erforderlich an: si.wien@gmx.at 

Reservierung notwendig!

Eintritt frei!

Datum

11. Mai 2022
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Zeit

18:30 bis 21:00

Ort

Slowakisches Institut, Wipplingerstraße, Vídeň, Rakousko
Wipplingerstraße 24-26, 1010