Wie schwierig ist es zu lieben? Hugo von Hofmannsthal stellt in seiner Komödie “Der Schwierige” seine Hauptfigur zwischen zwei Frauen und damit wird es kompliziert! Anlässlich des 150. Geburtstags des berühmten Schriftstellers, inszeniert der Rodauner Theater Sommer wieder ein Hofmannsthalstück auf der Open-Air-Bühne vor der Rodauner Bergkirche in Wien Liesing.
Hans Karl Bühl ist beliebt bei den Frauen. Da gibt es Antoinette, die ihm zu Füßen liegt und mit ihm ein Verhältnis hat. Doch „Kari“, wie ihn alle nennen, möchte das Verhältnis beenden und Antoinett wieder mit ihrem Ehemann versöhnen, denn Karis eigentliche Zuneigung gilt seit langem Helene, aber das gesteht er sich und anderen nicht ein. Crescence, seine energische Schwester liebt es, die Fäden zu ziehen und in Sachen Heiratsvermittlung aktiv zu werden. Doch bei ihrem Bruder ist das schwierig, denn der kann sich nicht entscheiden, will es allen recht machen und sorgt so für großes Chaos. Und dann gibt es auch noch Stani, seine umtriebige Nichte, die ebenfalls in Sachen Liebe auf der Suche ist.
Ein Stück über Notwendigkeit und Schicksal
„Der Schwierige“ ist ein sprachgewaltiges Werk von Hugo von Hofmannsthal. Die Komödie greift einerseits das Machtvakuum nach dem Ersten Weltkrieg auf und zeigt einen schwindenden und bedeutungslosen Adel. Im Stück diskutieren die Figuren über Notwendigkeit und Zufall und wie sehr Menschen Einfluss auf ihr Schicksal haben.
In der aktuellen Rodauner Inszenierung wird der 100 Jahre alte Text von Hofmannsthal in die Jetzt-Zeit transformiert. Die Figuren lieben und leiden im Heute des kleinen „Circus Bühl“. Die Hauptfigur, bei Hofmannsthal der Graf Hans Karl Bühl, wird in Rodaun zum Zirkusdirektor, der alles so sehr und lange bedenkt, dass Entscheidungen schier ewig hinausgezögert werden, auch in Liebes- und Heiratssachen.
Der Traum vom absichtslosen Wollen
Hans Karl Bühl träumt von Unmittelbarkeit und Absichtslosigkeit. Die findet er im Clown namens Furlani bestens verkörpert. In Hofmannsthals Original gibt es diesen Clown nur in der Erzählung von Hans Karl Bühl. Er schwärmt von seinen Zirkusbesuchen und wie sehr ihn dieser Clown inspiriert. In Rodaun wird Clown Furlani auf der Bühne lebendig und verkörpert das “ungelebte Leben” von Kari.
Marcus Marschalek siedelt in seiner Inszenierung, für die Katharina Hauer die Regiearbeit übernimmt, alle Figuren im Dunstkreis des Zirkus an und lässt das Theaterstück mit dem Ende einer Zirkusvorstellung beginnen. In Anlehnung an Nornen, schicksalsbestimmende Wesen in der nordischen Sagenwelt, treten eine Magierin, eine Kartenlegerin und eine Wahrsagerin auf. Sie haben einiges zu tun, denn nicht immer läuft das Stück so, wie Hofmannsthal es vorherbestimmt hat. Die Figuren entwickeln ein Eigenleben und das „Zeitrad“ muss immer wieder zurückgedreht werden, um alles „in Ordnung“ zu halten.
Preis:
Normalpreis: 27€
Jugendticket unter 18: 15€
Gruppenermäßigung ab 10 Personen: 22€